Erich Reusch

Erich Reusch, Elektrostatisches Objekt, 1971, Plexiglas, Gasruß, 50,5 x 11 x 27 cm

Seit seinen künstlerischen Anfängen ist Erich Reusch den Qualitäten des Raums auf der Spur, die nicht auf Masse, Gravitation und Materie beruhen, sondern auf dem Verständnis des Raums als von verschiedenen energetischen Qualitäten erfülltes Kraftfeld.

Bei Erich Reusch wird der Raum zum Ereignis. Seine Werke schärfen unser Bewusstsein für den Raum, in dem wir uns befinden. Das sind Innenräume, aber auch die architektonische Anlage unserer Städte, Landschaftsräume und der kosmische Raum.  

Als einer der Ersten arbeitete Reusch auch mit beweglichen und akustischen Elementen sowie mit Laser und Ultraschall und er nutzte das Wasser und den Wind als unsichtbar im Raum wirkende Kräfte.

Bereits 1957 entwickelte Erich Reusch innovative Bodenplastiken, die mit dem umgebenden Raum in Beziehung treten und diesen strukturieren. Jahre vor Carl Andre und Richard Serra löste er die Skulptur von ihrem Sockel und gab ihre bis dahin übliche Ausrichtung in der Vertikalen auf. So wurde Erich Reusch zu einem wegweisenden Künstler der internationalen Gegenwartskunst. Besonders bekannt sind seine „elektrostatischen Objekte”: Kunstwerke aus Plexiglas und schwarzen Pigmentpartikeln, die auf die Bewegungen der Betrachter und die Raumbedingungen reagieren.

Erich Reusch, Zeichnungen, Installation view, kajetan Berlin 2019

Erich Reusch (*1925) lehrte 25 Jahre als Professor für „Integration Bildende Kunst und Architektur” an der Kunstakademie Düsseldorf. Diverse Einzel- und Gruppenaustellungen u.a. in der Kunsthalle Düsseldorf, im Kunstmuseum Bonn, in der Kunsthalle Kiel, im Wilhelm Lehmbruck Museum Duisburg sowie in der Neuen Nationalgalerie Berlin oder den Bayrischen Staatsgemäldesammlungen in München. Reusch realisierte zahlreiche Skulpturen im öffentlichen Raum. 1977 war er mit einer großen Bodenplastik an der documenta 6 in Kassel beteiligt.

Erich Reusch, Drei Modelle für Skulpturen, Cortenstahl, 2002
Erich Reusch, Malerei (Diptychon), 2012, ges. 165 x 120 cm, Acryl auf Leinwand

Photos: CHROMA